Manuela
Ich wurde von meiner Pflegefamilie gut empfangen. Sie gaben mir
ihr Schlafzimmer, das rosa geschmückt war, und räumten sogar extra
einen Schrank aus, damit ich dort meine Sachen reinlegen konnte.
Mich beeindruckte, daß die nur am essen waren. Ich brauchte nur
ein halbe Stunde einen Spaziergang machen, und schon wurde ich wieder
vollgestopf. Das Essen hatte immer vier Gänge, als erstes die Suppe,
Hühnchen mit Bratkartoffeln, Nachtisch und dann Kekse oder Kuchen
mit Tee. Wenn man nicht mehr essen konnte, guckten sie einen mit
einem Hundeblick an, so daß man es wohl oder übel essen mußte.
Wir besuchten auch eine Moskauer Tanzgruppe, die wundervoll tanzte.
Ich war mehr als begeistert von der Tanzgruppe, die eine hervorrangende
Austrahlung hatten. Man merkte, daß die zwei Stunden am Tag übten,
weil sie eine lange Ausdauer und viel Kraft in den Beinen hatten.
Die Unterrichtsstunden bei denen sind besser als bei uns, sie
lassen die Lehrer wenigstens aussprechen.
Ich fand die Reise ganz toll und sehr interessant.
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Kerstin
Kurz bevor ich meiner Familie vorgestellt worden bin, hatte ich
ein kribbeln im Bauch: wie wird meine Familie sein, wie werden sie
ausehen? Dann wurde ich ihnen vorgestellt und wir sind zu meiner
Familie nach Hause gegangen. Ich mußte in den ersten Stock mit dem
Fahrstuhl fahren, und dabei hasse ich doch Fahrstühle. Ich habe
das Zimmer von Victoria bekommen, sie und ihre Mutter haben im Wohnzimmer
geschlafen, das war mir irgendwie unangenehm. Das Zimmer war voller
Ikonen. Victoria und ihre Mutter konnten kein Deutsch und nur wenig
Dnglisch. Wir haben uns mit Händen und Füßen unterhalten und mit
einem Wörterbuch.
Dann haben wir gegessen, es gab drei Gänge: Suppe, Nudeln und
dann eine Tasse Tee mit Keksen und Kuchen.
Am schönsten fand ich die Zwiebeltürme, sie sind schön bunt und
vergoldet.
So schöne und viele Kirchen und Klöster habe ich noch nie gesehen.
Wir sind Lenin im Mausoleum besuchen gegangen, er glänzte wie
eine Speckschwarte.
Am Abend sind wir dann in den Staatszirkus gegangen. Es war alles
wundervoll, außer, daß sie einen Bären in ein Schnur beißen lassen
und das arme Tier dann von einer Seite bis zur anderen Seite geflogen
ist.
Vor der Abfahrt haben Victoria, ihre Mutter und ich im Flur eine
Schweigeminute gemacht, damit ich gut nach Hause komme, es ist dort
eine Tradition. Als der Bus dann abgefahren ist, mußten Manuela
und ich anfangen zu weinen. Wir haben unsere Familien richtig ins
Herz geschlossen.
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Sandra
Heute haben wir mit unseren russischen Schülern ihren Unterricht
besucht. Dabei ist mir aufgefallen, daß der russische Unterricht
viel strenger ist als unser hier in Deutschland. Ich denke, daß
der Unterricht deshalb viel disziplinierter abläuft, weil die Schüler
mehr Respekt vor ihren Lehrern haben.
Wir sind mit dem Bus erst einmal durch Moskau zum Roten Platz
und zum Kaufhaus GUM gefahren. Aber irgendwie sah das alles in Wirklichkeit
ganz anders aus als im Fernsehen.
Als wir endlich ankamen, mußten wir noch etwa zehn Minuten auf
eine Führerin warten. Zum Glück sprach die Frau Deutsch.
Wir haben auch andere Holzhäuser gesehen, die total süß verziert
waren, die Verkleidung wurde handgeschnitzt. Außerdem waren sie
noch bunt bemalt. Ich finde, sie sahen wie kleine Hexenhäuschen
aus.
Es ist etwas ganz anderes, in Moskau mit der U-Bahn zu fahren
als in Berlin. Man muß sich mit dem Ein- und Aussteigen sehr beeilen,
da in einer Minute die nächste U-Bahn kommt. Außerdem drängen sich
die Menschen in der U-Bahn dermaßen, daß man denkt, man wird zerqutscht.
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Oliver
Als wir gegen 14.30 Uhr auf den Moskauer Flughafen ankamen und
austiegen, sah ich als erstes überall verteilt Polizisten. Sie guckten
einen ziemlich grimmig an. Später saßen wir im Bus, um zur Schule
zu fahren. Dabei fiel mir auf, daß die Stadt eigentlich ziemlich
dreckig ist. An der Schule wurden wir sehr, sehr freundlich aufgenommen.
Ich ging dann mit meiner Gastfamilie nach Hause. Dort war es sehr
schön, und mein Zimmer war das Wohnzimmer, übrigens das größte Zimmer
der Wohnung. Das fand ich richtig gut. Und kaum angekommen stand
auch schon das Essen auf dem Tisch, so viel, daß man es gar nicht
alles schaffen konnte. Die Familie war sehr freundlich, wir verstanden
uns zwar kaum, aber irgendwie kriegten wir das dann doch noch hin.
Zum Frühstück gab es Bratkartoffeln mit Hähnchen. Dies fand ich
reichlich merkwürdig, aber ich aß es trotzdem. Und dann hat die
Mutter mir noch Cola, Tee und einen roten Saft hingestellt, sowie
Kuchen, Kekse, Bobons. Doch alles außer dem Tee, lehnte ich ab,
denn das war doch zu viel.
Nun sind wir in der Schule im Unterricht. Die Lehrerin, eine sehr
nette, kleine ältere Dame, unterrichtete gerade Mathe. Sie erklärte
und hatte dabei immer ein kleines Lächeln auf den Lippen. Auf, daß
die Tische sehr eng hintereinander standen und daß man gerade mal
Platz hatte, um überhaupt sitzen zu können. Die Schüler - 21 - schrieben
immer fleißig mit, ohne zu stöhnen, und es wurde kaum untereinander
gequatscht. Irgendwie war ich froh, als die Stunde zu Ende war.
Denn dieses Thema behandeln wir auch.
Abends haben die uns gegenseitig besucht. Ich war bei Nicole.
Der Großvater konnter Deutsch sprechen. Dies war richtig toll, denn
nun konnte ich mich mal wieder richtig unterhalten, über Berlin,
das Schulsystem in Rußland u.s.w. Bewunderswert fand ich seine geschnitzten
Figuren, so um die sechzig Stück, und seine gemalten Bilder. Er
erzählte mir, daß er die "nur" als Hobby mache. Ich fand das sehr
gut, daß er so etwas macht, und der Großvater selbst war auch sehr
stolz darauf.
Abends fand ich wieder ein Familientreffen statt, diesmal besuchte
mich Nicole. Ihr Großvater war auch dabei, und beim Abendbrot (es
gab Bratkartoffeln mit Würstchen) erzählte er meiner Familie alles,
was wir schon am Abend vorher erzählt hatten. Nun erfuhr die Familie
viel mehr über mich, und ich hatte das Gefühl, daß sie das sehr
beglückte.
Heute sind wir mit der Metro zum Kreml gefahren. Die U-Bahnhöfe
waren richtige Kunstwerke, einer schöner als die andere, und sie
waren richtig schön groß. Die Züge hier fahren alle 1 ½ Minuten,
fast nie hat einer Verspätung oder ist gar ausgefallen. Alles läuft
hier praktisch wie am Fließband: die Metro fährt an, die Leute steigen
ein und aus, wobei es einen Riesengedrängel gibt, und nach fünf
Sekunden fährt die Metro wieder los. Das alles fand ich sehr beeindruckend,
bei uns in Berlin klappt das noch nicht mal im 3-Minuten-Takt. Und
mir fiel auf, daß die Bahnhöfe sehr weit auseinander entfernt liegen,
die Metro fuhr etwa drei bis vier Minuten von einem Bahnhof zum
anderen.
Dann waren wir im Kreml. Zuerst mußten wir durch eine Kontrolle
hindurch. Mir fiel auf, daß auf den Straßen überall Polizisten verteilt
waren, und wenn irgendwer nicht über den Zebrastreifen ging, oder
gar auf der Straße stand wurde er mit der Pfeife zurechtgewiesen.
Später besichtigten wir Lenin im Mausoleum. Bevor wir dort hineingingen,
mußten wir uns zu zweit in einer Reihe aufstellen und ganz still
sein. Dann gingen wir hinein. Ich dachte, daß er jeden Moment aufstehen
würde. Andererseits sah er aus wie eine Puppe.
Das Tanzensemble war so toll, ich war richtig platt. Alle Bewegungen
und Schritte sahen gleich aus, fast wie Roboter.
Nun war Familientag. Nicole, Diana, Stefan und ich trafen uns
mit den Familien an der Metro. Von dort aus sind wir in einen Park
gegangen. Irgendwo im Park war eine große, freie Fläche, wo wir
uns hingesetzten. Die Erwachsenen sind weitergegangen und sagten,
daß sie uns abholen kommen. Während die Erwachsenen weg waren, haben
wir Fußball und Federball gespielt. Plötzlich tauchten Fabian und
Benjamin auf, dann Christian und zum Schluß Sascha. Die Erwachsenen
kamen langsam zurück, während wir Jungs gegen die Russen spielten.
Später sind wir alle zu einem See gewandert, um den wir herumspazierten
und langsam wieder zur Metro zurückschlenderten. Dort lösten sich
die Gruppen dann allmählich auf. Ich bin wieder zu Nicole gegangen.
Dort gab es dann Abendbrot. Währenddessen übersetzte uns der Opa
einen Spielfilm. Ich fand das ganz schön langweilig, aber ich konnte
ja nicht sagen, daß der Film mir nicht gefällt. Und so verging langsam
der Abend. Um 23.00 Uhr war ich dann wieder "zu Hause".
Das Puschkin-Museum war für mich das langweiligste Museum von
Moskau, das ich bisher gesehen hatte.
Wir hatten eine sehr, sehr schöne Zeit in Moskau, und trotzdem
war ich froh, als wir in Berlin ankamen. Alle wurden von ihren Eltern
empfangen, und jeder freute sich. Dann sagten wir unter einander
"Tschüß", und dann ging es endlich ab nach Hause.
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Anke
Ich konnter mir gar nicht vorstellen, daß es heute nach Moskau
gehen sollte. Und dann war es noch mein erster Flug. Wir machten
alle so unsere Witze, von wegen Abstürzen und so. Als ich die Maschine
sah, dachte ich mir meinen Teil. Sie war doch sicher in Moskau angekommen.
In der Wohnung haben sie mir erstmal neue Hausschuhe in die Handgedrückt.
Dann haben sie mir mein Zimmer gezeigt. Ich war erstaunt, denn ich
hatte das größte Zimmer in der Wohnung bekommen. Anschließend gab
es Essen. Bei mir gab es vier Durchgänge. Anschließend war ich so
voll, man hätte mich mit Essen jagen können.
Und dann war es soweit. Meine erste Nacht bei der Gastfamilie.
Irina, mein Gastmädchen, hat mir, kaum daß wir zu Hause waren, ihre
ganze Lebensgeschichte erzählt. So gegen 0.45 Uhr gingen wir schlafen.
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