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OrganisationExpress-Abitur |
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Schulversuch: Express-Abitur
Seit 1993 gibt es in Berlin den Schulversuch "Individualisierung des gymnasialen Bildungsganges". Das Werner-von-Siemens-Gymnasium war eines von drei ausgewählten Gymnasien, das eine 5. Klasse, (10-jährige Schüler) aufnehmen und nach veränderten Richtlinien unterrichten konnte.
Hierzu mussten die Stoffpläne der Grund- und Oberschule koordiniert werden, so dass ein Jahr eingespart werden kann – die Schüler sind also Schnellläufer.
Wie wird man Schnellläufer?
Schnellläufer müssen folgende Kriterien erfüllen:
- gute oder sehr gute Noten (im Halbjahreszeugnis der 4. Klasse) in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachkunde (Summe max. 6)
- empfehlendes Gutachten der Grundschule
- Test
Das Endergebnis, das sich aus einer jeweiligen Punktbewertung der drei Anforderungskriterien ergibt, entscheidet über die Aufnahme in die Schnellläuferklasse.
Was haben die Schüler zu leisten?
Die Schüler müssen den jeweiligen Stoff schneller erfassen bei weniger Wiederholungen; die Sprachenfolge beginnt mit Englisch in Klasse 5 und es folgt in Klasse 6 Französisch. Während Naturwissenschaften in der 5. Und 6. Klasse unterrichtet werden, setzt Physik in Klasse 7 ein, Chemie und Biologie in Klasse 9. Auch der Wahlpflichtbereich beginnt, wie bei den Regelklassen, ab Klasse 9. (Stundentafel für die Klassen 5 bis 10)
Schüler, die an diesem Schulversuch teilnehmen, haben ein Probehalbjahr. Sollten sie sitzenbleiben, müssen sie den Zug verlassen, gehen aber in die nächste Klasse des Normalzuges des Gymnasiums bzw. in Klasse 5 und 6 in die Grundschule zurück. Sie haben den entsprechenden Wissensvorsprung und wenden bereits Arbeitstechniken an, die nach der 6. Klasse auf das Gymnasium wechselnde Schüler erst lernen müssen.
Welch Vor- bzw. Nachteile ergeben sich jetzt für Schüler und Lehrer?
Befragt man Schüler der Schnellläuferklasse, so wird man fast immer eine positive Rückmeldung bekommen, sowohl was die Lerninhalte, die Schule als auch die Klassenzusammensetzung betrifft. In der Regel waren diese Schüler in der Grundschule unterfordert und litten darunter. Das konnte bis zu Außenseiterproblemen führen.
Die Lehrer, die diese Klassen unterrichten, erfahren in mehrfacher Hinsicht Positives:
- die menschlichen Kontakte sind intensiver, persönlicher und damit erfreulich
- man erfährt, dass Schüler in der Lage sind, viel Wissen aufzunehmen, und dabei noch Spaß haben
- die Zusammenarbeit der Lehrer ist intensiv
Sollten Probleme mit Kindern entstehen, wird von Kritikern leichtfertig auf "egoistisches Überfliegerdasein" hingewiesen, was jedoch nicht bestätigt werden kann. Schnellläufer zu sein bedeutet nicht Musterschüler der Angepasstheit zu sein.
Zum Glück sind auch Schnellläufer ganz normale Kinder.
Sche

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